Serie: Die perfekten Mamas (Teil 5): Christkindlmarkt ist keine Modenschau

Geschichten aus dem Leben einer Mama. Geschrieben und erlebt von meiner Freundin Jara.

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Christkindlmarkt ist keine Modeschau!

Alle Jahre kommt diese tolle Zeit – Vorweihnachtszeit – mit all ihren schönen Ereignissen: Adventskalender, Weihnachtsschmuck und Lichterketten, Plätzchen backen, Geschenke einpacken und…

Und zum Christkindlmarkt gehen.

Für Christkindlmarkt habe ich meinen Christindlmarktmantel immer zur Hand – ich ziehe nichts anderes an, da man in diesem Wirrwarr, Chaos und Menge an drängelnden Menschen nichts Schickes anzuziehen braucht, außerdem ist es eh dunkel…

Mein Christkindlmarktmantel ist robust, glühweinabweisend und rauchdicht.

Durch seine, nennen wir es Bundeswehrtarnoptik, sind Flecken wie Senf, Ketchup, Nutella oder Taubengruß kein Problem…

Und zusätzlich ist er nur schwer entflammbar, habe ich bereits mit einer Feuerzangenbowle getestet.

Einfach perfekt!

Dazu warme Mütze und Schneestiefel, Kids schnell in Skioveralls eingepackt und auf gehts!

Angekommen sehe ich, es ist richtig voll, aber macht nichts, hab so eine gute Laune, das kann mir nichts vermiesen. Da und dort sehe ich ein paar Bekannte, lasse die Kinder los und drücke ihnen 5€ in die Hand für ihre geliebten Crêpes.

Selber hole ich mir einen Glühwein und genieße die Atmosphäre, im Hintergrund ertönt „Leise rieselt der Schneeeee….“ – ach, herrlich.

Plötzlich sticht mir etwas Weißes in die Augen – oh je! Die Frau vom Stadtrat, gestylt und frisiert wie zu einer Modeschau – und dazu in einer weißen Markenjacke mit echtem Pelz an der Kapuze! Sie grinst und strahlt, als ob sie ein Star wäre!

Alles klar, die haben ja garantiert keine kleinen Kinder, Muttis von kleinen Kindern ziehen keine weiße Jacken an. Und doch! In dem Moment dackelt ein kleines Mädchen von der Seite heran und klammert sich an ihrem Fuß…

Wie ist so etwas möglich? Was ist das für eine Zauberei? Wie kann man mit kleinem Kind am Christkindlmarkt zwischen der Menge so strahlend weiß und sauber bleiben?…

Das schaue ich mir von der Nähe an, nehme meinen Glühwein und schleiche mich unauffällig ran. Neben ihr stehend bekomme ich einen extrem herablassenden Blick ab… Warum??? Ach, vielleicht weil ich in meinem Christkindlmarktmantel mit der dicken Mütze wie ein Penner aussehe? Ich überlege, ob ich mich auf die Schnelle vor der Abfahrt eigentlich geschminkt hab… Aber ehrlich, dass hätte jetzt sowieso nichts genutzt.

Nun, die Dame lächelt zwar die ganze Zeit und posiert in die Ferne, aber ist irgendwie nervös. Macht zwei Schritte weg von mir… ??? Wieso das denn wieder? Ach, vielleicht liegt es an dem Senffleck an meinem Arm, der ist aber schon trocken, ist von gestern, keine Angst – denk ich mir.

Die Dame steigt auf eine Treppenstufe vor der Wirtschaft um einen gewissen Abstand von allem zu haben, was sich da gerade so bewegt. In dem Moment macht aber ein Gast von innen die Tür auf und schuppst sie ungewollt auf die Seite und sie fällt in eine Menge junger Burschen. Jede andere Frau ihres Alters würde es schätzen, in den Armen eines 25-jährigen feschen Jungen zu landen, nur dieser hatte in der Hand auch einen Punsch…

Die Katastrophe könnt ihr euch ja vorstellen, die unglaubliche Verwandlung des künstlichen Lächelns des Schneewittchens in ein böses, entsetztes G’schau einer Hexe 😀

Ich zuck noch meine Feuchttücher raus und will helfen, aber die Frau greift ihre Tochter und läuft davon – nur wegen ein Paar roter Spritzer ist ihr Abend ruiniert.

Da lob ich mir voll entspannt meinen praktischen Christkindlmarktmantel – Christkindlmarkt ist halt keine Modeschau…

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Serie: Die perfekten Mamas (Teil 4): ThermoNix

ThermoMix: Immer wieder sorgt diese Zaubermaschine für hitzige Diskussionen und viele, witzige Anekdoten in unserem Freundeskreis. Das wollten wir Euch natürlich nicht vorenthalten. ThermoNix oder doch ThermoAlles??? Für viele Mamas ist der Thermomix ein unbedingtes Muss und die langersehnte Küchenfee, andere (so wie ich) fühlen sich noch nicht bereit für so viel, professionelle Häuslichkeit und schwören auf Kochtopf und Gebrutzel am Herd 🙂

So entstand die neueste Story meiner Freundin Jara. Viele, werden sich beim Lesen erinnern und schmunzeln.

ThermoNix

Heute kam er, endlich!!!
Meine Erlösung, meine Zukunft, mein Alleskönner!!!!
Ab jetzt ist das Kochen nicht mehr meine Aufgabe, kein “Stundenlang in der Küche stehen zu müssen”, kein “sich Kopfzerbrechen, was mach ich heute und aus was und wie lange”…
Ab jetzt ist alles easy und ich kann wieder mehr entspannen:
Mein Thermomix ist da!!!
Er duftet nach “neu” und “exklusiv”, ich bin soo vorsichtig beim auspacken, als ob ich das wertvollste, chinesische Porzellan auspacken würde.
Ein enormes Gefühl von Glückseligkeit erfüllt mich beim Zusammensetzen der einzelnen Teile und beim Einschalten….
Meine Familie wird begeistert sein, meine Bekannten werden mich bewundern und die ach so perfekte Kindergartenmuttis werden mich beneiden…
Ich halte es nicht mehr aus, mache das Fenster auf und schreie in den Garten:
“Kinder! Liebling! Kommt bitte alle sofort her!”
“Was ist, Mami? Ist was passiert?”
“Meine Lieben, ab heute wird sich bei uns essenstechnisch einiges ändern, darf ich vorstellen – Thermomix!!!”
Alle schauen mich an und verstehen erstmal nichts.
“Thermomix kann nämlich alles kochen, alles! Und nicht nur das! Er kann sogar Dips und Salate zubereiten, schneiden, mixen, backen und viel mehr…”
Jetzt kommt langsam der “Aha” Effekt bei meiner Family an.
“Heute abend dürft ihr euch alles wünschen, worauf ihr Lust habt. Da gibt es sogar ein Kochbuchchip in dem alle Rezepte vorprogrammiert sind. Wir wählen einfach eins und Simsalabim – das Essen ist nach kurzer Zeit fertig ohne große Mühe…”
– “Mami, kann der ThermoNix wirklich alles kochen?”- fragt mein vierjähriger Sohn.
Ich muss bei dem Versprecher lächeln…
– “Es heisst Thermomix und ja, er kann alles!”
– “Dann hätte ich gern Schnitzel mit Pommes!”
– “Ähm, das geht leider nicht. Da muss ich ja selber das Fleisch klopfen, in die Panade tun und in der Pfanne ausbraten…”
– “Mami, und die Pommes? Kann er die Kartoffeln schälen und schneiden? Und danach tun wir sie mit Gewürzen in den Ofen, so wie du es immer machst, die schmecken immer so toll!”
– “Nein, das kann er leider auch nicht, aber..”
– “Schatz, ich hätt Lust auf nen richtig guten, knusprigen Schweinebraten, so wie du ihn immer machst, mit dunklem Bier und Semmelknödel, das wäre jetzt mein Wunsch!”
– “hm, ja, da muss ich ja schauen, da glaub ich – den mach ich auch lieber im Ofen drin, hier passt er ja gar nicht rein und Kruste wollen wir auch… Und Semmelknödel – die mach ich RuckiZucki im Topf drin, das geht ja schnell.”
Ich runzle die Stirn, ich will ja eigentlich Thermomix kochen lassen. Schnell suche ich in dem Rezeptbuch nach was Besonderem:
“Wie wäre es mit überbackenen Zucchinipuffer, oder Erbsenpolenta, oder Brokkoli-Kürbis-Brei…”
Mein Mann macht hinter meinem Rücken Würgegrimassen, ich erkenne es an dem Kichern meiner Kinder.
“Aber wie wäre es mit einer Nachspeise vom Thermomix – schaut hier, was er alles kann: “Himbeersouflee, Milchreis, Pfannkuchen…”
“Ja Mami!!!” schreit mein Jüngster vor Freude: “Pfannkuchen!!! Ich helfe dir dabei gern!!!”
Und schon macht er die Schublade mit den  Schüsseln auf, holt unsere Lieblingsschale und einen Rührbesen raus und setzt sich auf die Arbeitsfläche hin.
Ich bin sprachlos.
Er schaut mich mit seinen grossen blauen Augen an, grinst und sagt: “Aufgehts, Mami, wir brauchen Eier, Mehl und Milch und Simsalabim sind Pfannkuchen fertig!”
“Gleich, mein Schatz, ich mach zuerst ein wenig Platz!” – ich lege mein neues, großes Küchengerät in seinen Karton zurück und trage es in den Flur.
“So – und jetzt lass uns kochen! Wer braucht denn schon einen Thermonix!”

 

 

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Story von Jara: Spieglein, Spieglein…

Geschichten aus dem Leben einer Mama. Geschrieben und erlebt von meiner Freundin Jara (www.jara-design.de).
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Spieglein, Spieglein an der Wand…
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Der Wecker klingelt…
Aus dem Tiefschlaf gerissen versuche ich nach ihm zu schnappen und es gelingt mir wie immer ihn vom Nachttisch runterzuschmeissen und wundere mich, was diese MadeInChina-Produkte tatsächlich alles aushalten.
Ich schleppe mich ins Badezimmer, der Blick in den Spiegel muntert mich wieder auf: ich bin Ü30, habe wunderschöne Haut, ohne Pickel oder Fältchen, richtig gesund und frisch, und das direkt nach dem Aufstehen ohne Tricks und Schminke. Meine Haare binde ich zusammen und creme mich ein wenig ein – fertig. Make-up nicht nötig.
Kinder anziehen und in den Kindergarten bringen – ganz easy und mit einem Lächeln auf den Lippen, die Welt ist so schön und ich auch.
Wieder zu Hause mache ich mir erstmal einen Kaffee und setze mich gemütlich ins Wohnzimmer. Die Sonne scheint durch die sauberen Fensterscheiben rein, entspannt nehme ich die Tageszeitung und denke an meinen sportlichen jungen Postboten, der mir heute meinen Paket bringen sollte.
Die Zeitung blättere ich durch, bei einem Bild bleibe ich aber stehen..
Die Frau kommt mir bekannt vor…
Angelina Jolie?
Nee…
Oder Cathrin Zeta Jones?
Ja, das eher, aber was steht da drunter geschrieben?… Die Buchstaben sind so klein und schlecht gedruckt, ein wenig verschwommen.. Eine Frechheit! Und dafür zahle ich so viel Geld?
Da fällt mir ein, dass ich gestern von meinem Optiker eine Probebrille bekommen habe.
Er ist unser guter Bekannter, mein Mann hat mich zu ihm geschickt, ich soll prüfen lassen, ob meine Augen in Ordnung sind.
So ein Quatsch, ich brauche garantiert keine Brille!
“Ja, ja,” lächelte mich der Optiker an und sagte: “solltest du nicht zufrieden sein, bringst du sie einfach zurück.”
Ich setze die Brille auf und tatsächlich! Die Buchstaben sind lesbar – groß und scharf. Wow! So ein Unterschied gleich…
Es klingelt an der Tür: “Hurra, mein Paket ist da!”
Leider ist es nicht mein Lieblingspostbote… Stattdessen einer mit Bäuchlein und müden Gesichtszügen…
Egal, ich bedanke mich schnell und knalle die Tür zu. Komisch, die Stimme kam mir aber irgendwie bekannt vor…
Ich gehe zügig durch die Wohnung, und fühle etwas seltsames – irgendwie kommt mir alles ein wenig matt vor…
Die Fenster verschmiert, der Boden staubig.. Ich schaue wieder in die Zeitung und statt Angelina sehe ich – meine Schwiegermutter…!!!
Wurden mir gerade mit dem Paket irgendwelche Drogen mitgeliefert???
Langsam wird mir einiges klar – mein Postbote, mein Haushalt, oh Gott – und ich???
Das muss ich gleich in Ordnung bringen!!!
Ich stehe auf und gehe zur Küche, dabei meide ich strengstens einen Blick in den großen Spiegel an der Wand!
Ich nehme das Telefon, wähle eine Nummer und warte.
“Optiker Maurer, wie kann ich Ihnen helfen?”
“Du Marcus, ich bin überhaupt nicht mit der Brille zufrieden, ich bring dir die am besten sofort zurück!”
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